Timo Schmitz

Rheinische Post: Junges FDP-Team will für Pep sorgen

Elias Sentob (mit 18 Jahren jüngster Ratskandidat der FDP), Edeltraud Hackstein und Landratskandidat Timo Schmitz (von links) wollen die Stadt mit ihrer Politik voranbringen. FOTO: Fischer, Armin (arfi ) / Fischer, Armin ( arfi )

Die Stimmung in der Rheinberger FDP ist top. „Wir verstehen uns gut, sind ein super Team“, betont Edeltraud Hackstein, die so etwas wie die Mutter der liberalen Kompanie ist und gleichzeitig eine Art Bindeglied zwischen FDP heute und FDP morgen. Denn Edeltraud Hackstein gehört zu den wenigen in der Partei, die bereits in den vergangenen Jahren politisch mitgemischt hat und dies auch künftig tun wird.

Die FDP wird sich verändern. Mit Fraktionschef Herbert Becker und Hans-Peter Götzen setzen sich zwei kommunalpolitische Größen zur Ruhe. Nach dem schlechten Abschneiden vor sechs Jahren waren sie die einzigen aus der FDP, die den Sprung ins Stadtparlament schafften. Und dank ihres sachlichen, konstruktiven Kurses politisch Akzente setzen konnten.

Nach der Wahl am 13. September wird die Partei, vor allem die Fraktion, ihr Gesicht verändern. Schon jetzt zeigt die Ortspartei Flagge. Mit Rainer Mull schickt sie einen respektablen Kandidaten ins Bürgermeister-Rennen, mit dem 23-jährigen Timo Schmitz auch einen Landratskandidaten, der ebenfalls nicht auf den Mund gefallen ist. Und an die Tür des Fraktionszimmers klopfen schon junge Leute wie etwa Elias Sentob, der bei der Kommunalwahl gerade 19 Jahre alt sein wird und der jüngste Bewerber ist.

Man könnte sogar sagen: Die Liberalen strotzen vor Selbstbewusstsein. Mindestens vier Ratsmandate wollen sie holen, sagt Timo Schmitz. Und Elias Sentob verweist auf eine historisch hohe Mitgliederzahl: „Wir sind jetzt mehr als 40 im Ortsverband“, sagt der Budberger. Und bei den Julis – den Jung-Liberalen – sind es 16 oder 17. Auch das ist Rekord und wird bei den Kollegen im Kreis Wesel respektvoll wahrgenommen.

Auf die Frage, wofür liberale Politik heutzutage eigentlich steht, hat Timo Schmitz spontan eine Antwort, die man so fast auch im Wahlprogramm hätte abdrucken können: „Rheinberg braucht eine liberale Stimme. Wir wollen die anspruchsvollen Bürger erreichen.“ Die, die in ihrer Stadt etwas gestalten wollen und sie nicht aufgeben wollen.

Auch für Elias Sentob heißt liberale Politik, Impulse zu geben, etwas voranzubringen, Themen wie die Digitalisierung als Aufbruch in die dienstleistungstechnische Zukunft oder eine gesellschaftliche Offenheit – Stichwort Einwanderungsland – anzugehen. „Die FDP in Rheinberg“, sagt Timo Schmitz, „hat eine eigene Stimme und ein gutes Programm. Wir können sehr selbstbewusst auftreten und müssen uns nicht verstecken.“ Ein Thema, das den Liberalen am Herzen liegt, ist die Belebung der Innenstadt, der Kampf gegen die zunehmende Zahl an Geschäftsleerständen. „Deshalb“, so Edeltraud Hackstein, „wollen wir unbedingt einen City-Manager haben.“ Jemanden, der an der Schnittstelle von Wirtschaftsförderung, Kultur, Tourismus und Infrastruktur wirkt, der die Stadt mit ihren Ortsteilen kennt. Eine City-Manager-Stelle zu schaffen ist vom Rat beschlossen, die Besetzung aber vorerst auf Eis gelegt. Hackstein: „Wir bleiben am Ball.“

Die Arbeit in der Stadtverwaltung könnte effizienter laufen – da sind sich die Liberalen einig. Bürgermeister Frank Tatzel, so kritisieren sie, habe keine Vision, kein Bild, wie die Stadt in fünf oder zehn Jahren aussehen sollte. Timo Schmitz: „Er ist kein Bürgermeister, der agiert, sondern einer, der nur reagiert.“ Etwas, das so gar nicht ins Weltbild von Freidemokraten passen will. „Rheinberg hat so viel Potenzial, so viele Persönlichkeiten mit guten Ideen. Da muss man mehr draus machen“, so Sentob. Da könne man sich bei vielen Unternehmern etwas abschauen. „Wir sehen nicht grundsätzlich Unternehmer als unsere Klientel an“, unterstreicht Schmitz. „Es geht uns um Menschen, die entwickeln und gestalten, so wie viele Unternehmer das tun.“

Papierloses Arbeiten im Stadthaus, mehr Außengastronomie, aber auch Naturschutz und ein Jugendparlament wie in Dinslaken – das alles sind Dinge, die die FDP voranbringen will. Ihr Programm haben sie unter das Motto „Rheinberg wachküssen“ gestellt. Zusatz: „Wir können Rheinberg“.